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Chronik

Nachdem ein Großbrand in einer Uerdinger Zuckerraffinerie gezeigt hatte, dass die damaligen Hausbrunnen für solche Katastrophen nicht genügend Wasserkapazität vorhielten, stieß man auf der Suche nach Wasser auf einen alten Rheinarm und errichtete über diesem das erste Uerdinger Wasserwerk. Um das  qualitätiv gute Brunnenwasser vor Verunreinigungen zu schützen, stellte man 1897 das umliegende 11 Hektar große Gelände unter Schutz und gestaltete diese Fläche unter der Leitung des  Friedhofs- und Gartengestalters Johann Wolff  zu einer Parkanlage um.

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Um 1903 wurde ein großer Weiher angelegt, der für die Besucher mit dem Boot zu befahren war. Dieser war im Vergleich zur heutigen Wasserfläche doppelt so groß.

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Zudem wurde ein Blockhaus errichtet, in dem Karl Lappe zu Beginn ausschließlich Mineralwasser ausgeschenkt hat.

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Anschließend wurde an dieser Stelle ein weiteres Haus errichtet, das „Waldschänke“ genannt wurde. Dort gab es Kaffee und Liköre, wie es der Giebel des Hauses verkündete. Im Hintergrund des Bildes sieht man den alten Wasserturm an der Nikolaus-Groß-Straße (Nähe Parkstraße).

 

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In dem waldartigen Bereich der heutigen Veranstaltungswiese an der Parkstraße gab es um 1907 ein großes Rehgehege.

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Zwischen 1910 und 1914 wurde das „Parkhaus“ (das heutige Stadtparkrestaurant) erbaut und in Betrieb genommen.

Im Jahr 1927 wurde der Stadtpark unter dem damaligen Garteninspektor Ernst Rocholl um weitere 4 Hektar vergrößert. Es wurde das Wegenetz überarbeitet, die Große Spiel- und Liegewiese sowie ein Mädchen- und ein Jungenspielplatz errichtet. Die Sichtachse vom Restaurant zur neuen Spiel- und Liegewiese war damals eines der zentralen Gestaltungselemente.

Nach dem Krieg wurde der marode Weiher auf etwa die Hälfte seiner ursprünglichen Größe verkleinert. Der Teil des Weihers zwischen der heutigen Brücke und dem  Stadtpark – Restaurant erhielt eine neue Abdichtung. Der übrige Teil wurde größtenteils u. a. mit dem Aushubmaterial aus dem Bau der Kastanienstraße verfüllt. Ein Bachlauf wurde dann an Stelle dieses zugeschütteten Weiherabschnitts angelegt.

Die nächste große Erweiterung um ca. 4,3 Hektar – nördlich der großen Spiel- und Liegewiese-  wurde durch den Bürgerverein „Freunde und Förderer der Krefeld – Uerdinger Stadtpark – Erweiterung“ unter dem Vorsitzenden August Rodenberg in den Jahren 1983/84 durchgesetzt. Auf der früheren Ackerfläche wurde der Park weiter nach Norden zur Straße „Rheinaue“ erweitert. Sowohl die bereit gestellten städtischen Mittel als auch unzählige Spenden aus der Bürgerschaft, Wirtschaft und Politik trugen dazu bei, dass der neue Parkteil in hoher gärtnerischer Qualität umgesetzt werden konnte.

Die Planung des neuen Parkabschnitts wurde vom damaligen städt. Betriebshofleiter und Gartenarchitekt Armin Everhardt durchgeführt und überwacht. Über 70 verschiedene Baumarten wurden alleine in diesem Parkteil gepflanzt. Insgesamt 1000 Meter Gehwege und 20 Ruhebänke luden die Besucher in den neuen Teil des Stadtparkes, der dann 1984 feierlich eingeweiht wurde, zum Verweilen ein.

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Nach der Fertigstellung des Bürgergartens 1991 löste sich der Bürgerverein auf, da sein Vereinsziel erreicht war.

Im Jahr 1997 erfolgte die bislang letzte Erweiterung um ca. 0,7 Hektar im südöstlichen Teil (angrenzend an die heutige Wohnbebauung). Dieser Bereich wurde zuvor von den Stadtwerken Krefeld u. a. als Lagerfläche genutzt.

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Heute stellt der Stadtpark mit ca. 20 Hektar Gesamtfläche die größte zusammenhängende Parkanlage im Stadtteil Uerdingen dar.

 

Bildquelle:

Horst Peterburs

Textquellen: 

Zeitungsarchiv der Stadt Krefeld, Archivmaterial und Bildarchiv des Uerdinger Heimatbundes, Uerdinger Rundschau 2014: 30 Jahre Stadtparkerweiterung von Ulrich Lohmar aus der ; Artikel der RP vom 26.04.1971 „Neue Wasserbrunnen im Uerdinger Stadtpark“